Ein persönliches Wort

Lieber Leser,

Jeden Tag, wenn ich in meinem Arbeitszimmer sitze, habe ich einen wunderbaren Blick über das schöne Lennetal im Sauerland. Ich sehe auf den Kurpark, auf Wiesen, auf denen Schafe weiden, auf Berge und auf die Schneise zum Abflug der Gleit- und Drachenflieger.

Diese Welt ist wunderbar und schön! Nicht nur aus meinem Arbeitszimmer betrachtet.

Was aber veranlasst mich, ständig diese Ästhetik verlassen zu müssen und mich mit weniger erfreulichen Erscheinungen dieser wunderbaren Welt zu beschäftigen?

Es sind die Erlebnisse, die mich in Kindheit und Jugend geprägt haben, Realitäten aus meinem jahrelangen Schulalltag, Beschäftigungen mit Politik und Gesellschaft, Gespräche mit Menschen und die Trauer über Fehlentwicklungen in dieser Welt, die mich zu meiner Überzeugung gebracht haben: "Auch ich bin der Staat." Alles, was ich sehe, höre und geschehen lasse, bindet auch mich mit ein in die Verantwortung für meine kleinen Möglichkeiten und das große Ganze.

Ich lernte als Kind das 3-Generationen-Leben unter einem Dach kennen, ich erlebte in Polen Gastfreundschaft und Mitmenschlichkeit ohne das Vorhandensein von Wohlstand, ich stand als junge Frau vor den Bildern der Ermordeten im Konzentrationslager Auschwitz, ich knüpfte emotionale Bindungen zu Menschen, die meiner Musik zuhörten und meine Seele spürten, ich erlebte die Not junger Menschen, die keine Begabung hatten für einen wichtigen Bereich schulischer Bildungsanforderungen, ich verfolgte den rasanten Abfahrtslauf unserer Kinder und Jugendlichen in die "Orthopädie seelischer Krüppel", ich bedauerte Eltern und Großeltern, denen ihre Kinder und Enkelkinder im Sumpf von Konsum und Medienspektakel abhanden kamen, ich verfluchte den Werbeslogan "Nichts ist unmöglich", weil er der Wahrheit entspricht.

Der Zweite Weltkrieg mit seinen unsäglichen Todsünden, die an Menschen begangen wurden, hätte gerade uns Deutsche klug machen müssen für die Zukunft. Aus diesem grausamen Erleben hätte sich die Maxime ableiten müssen: "In Deutschland darf nie wieder ein Menschengeist missbraucht werden." Und daraus wären dann zum Beispiel folgende Notwendigkeiten erwachsen:

  1. Schulen und Erziehungsinstitutionen sind Orte der Menschlichkeit
  2. Auf Familien und Kinder sind die Augen und die helfenden Hände aller gerichtet.
  3. Gewalt und Gruppenzwang müssen als Feinde der Gesellschaft bekämpft werden.
  4. Die Beherrschung der deutschen Sprache ist notwendige Bürgerpflicht.
  5. Erziehungsziele von Geburt an sind soziale und emotionale Kompetenz.
  6. Beziehung ist notwendige Grundlage für Erziehung und Bildung.
Aus diesen Überlegungen ergeben sich für jeden Einzelnen von uns Verantwortungen, deren Lasten unbedingt auf viele Schultern verteilt werden müssen. Meine Last bin ich bereit, zu tragen, habe mich aber nach meinen langen Aktivitäten für Kinder, Schule, Bildung, Gesellschaft und Politik auf einen stilleren Weg begeben, der mich zurückführt zu meinen literarischen Wurzeln, in die sprachlich musikalische Ästhetik. Ich schreibe wieder Gedichte und Geschichten über das, was mich berührt, begeistert und mir auf meinen Wegen durch Polen, das Land meiner Vorfahren, widerfährt. Menschen, Natur, Beziehungen, Enttäuschungen, Leid, Freude, Liebe - Themen meiner Texte, in denen ich lebe und mich dieser Welt und Ihnen mitteile.

Ich möchte Sie einladen und mitnehmen auf meine Reise durch das Leben, das wir alle zu meistern haben, das uns vor viele schöne, aber auch schwierige Aufgaben stellt. Ich möchte Ihnen aber auch in Text und Foto zeigen, wie sehr uns die Schönheit eines einzigen Landes entschädigen kann für alles Traurige, das wir in unserem Leben erleiden müssen.

Steigen Sie ein - nicht ins Auto, nicht in ein Flugzeug - in ein Lesevergnügen besonderer Art. Ganz gleich, ob Sie Posen/Polen kennen oder nicht kennen - sooo kennen Sie es sicherlich nicht!

Mit herzlichen Grüßen